AiCuris bleibt der Bekämpfung multiresistenter Bakterien treu

Der NDR berichtet aktuell (September 2019, Anm. BioRiver) in der Tagesschau und im Magazin Panorama über die wachsende Bedrohung durch multiresistenter Keime, bei denen im Markt befindliche Antibiotika nicht mehr wirken. Darüber hinaus zögen sich immer mehr Pharma-Unternehmen aus der Entwicklung neuer Wirkstoffe zurück.

Beide Aussagen sind laut Dr. Holger Zimmermann, CEO des Wuppertaler Biotech-Unternehmens AiCuris, richtig.

Der NDR  berichtet aktuell (September 2019, Anm. BioRiver) in der Tagesschau und im Magazin Panorama über die wachsende Bedrohung durch multiresistenter Keime, bei denen im Markt befindliche Antibiotika nicht mehr wirken. Darüber hinaus zögen sich immer mehr Pharma-Unternehmen aus der Entwicklung neuer Wirkstoffe zurück.
Beide Aussagen sind laut Dr. Holger Zimmermann, CEO des Wuppertaler Biotech-Unternehmens AiCuris, richtig. „AiCuris ist eines der wenigen europäischen Unternehmen, das den Kampf gegen multiresistente Bakterien weiter führt. Wir sind überzeugt davon, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. Die Folgen für das Gesundheitssystem werden sonst in den nächsten Jahren und Jahrzehnten enorm sein. Bedeutende Studien, wie die, die z.B. von der britischen Regierung vor einigen Jahren in Auftrag gegeben wurde, gehen davon aus, das die Zahl der Toten durch Infektionen mit resistenten Erregern von jetzt 700.000 weltweit auf bis zu 10 Millionen im Jahr 2050 steigen könnte. Wir sprechen also von einer weltweiten Krise der Gesundheitsversorgung.“
Dass viele große Pharma-Unternehmen dennoch aus der Entwicklung neuer Wirkstoffe aussteigen, liege laut Zimmermann, an einem „totalen Marktversagen“. Antibiotika können in wenigen Tagen Menschenleben retten. Im Gegensatz zu Krebsmedikamenten oder Medikamenten mit Langzeitbehandlung werden neue Antibiotika aber nicht ausreichend vergütet. „Während für einige Krebsmedikamente durchaus mehrere hunderttausend Euro pro Therapie anzusetzen sind, sind die Kosten der Antibiotika-Behandlung zumeist im kleinen vierstelligen Bereich. Die Kosten der Entwicklung sind aber gleich hoch.“ Und dann würden neue Antibiotika auch nur ganz selten eingesetzt, um die Entstehung neuer Resistenzen auch gegen diese Mittel zu verhindern. Die Folge: ein hohes Entwicklungsrisiko und auch im Erfolgsfall nur geringe Umsätze, denen Milliarden-Entwicklungskosten gegenüberstehen.
Die Lösung sieht Zimmermann langfristig nur in adäquaten Preisen. Oder besser noch: in einer kompletten Neugestaltung der Erstattung hin zu Bereitstellungsprämien. „Eine Sprinkleranlage kaufen und bezahlen Sie ja auch in der Hoffnung, dass sie nicht gebraucht wird. Aber wenn, dann ist sie da. Keine Firma würde Ihnen eine Anlage verkaufen, wenn sie nur pro Einsatz bezahlt würde.“ Weltweit wird über solche alternativen Konzepte nachgedacht. Aber noch sind sie Zukunftsmusik. Und solange sie nur Geld verlieren, werden die großen Pharma-Konzerne sich hier nicht engagieren.
AiCuris selbst bleibt der Antibiotika-Forschung treu. Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen eine Kooperation mit der Fa. Lysando bekanntgegeben, um ganz neue innovative Ansätze gemeinsam zu entwickeln.
Warum tut Zimmermann, der im letzten November mit dem Deutschen Zukunftspreis ausgezeichnet wurde, das sich, seinem Unternehmen und seinen Investoren an? „Wenn nicht wir, wer dann?“, sagt er dazu lakonisch. AiCuris kombiniere die Erfahrung in der bakteriologischen Forschung mit einer nachgewiesenen Expertise in der klinischen Entwicklung.  Und er ist überzeugt, dass es da, wo der medizinische Bedarf und der gesellschaftliche Druck immer größer werden, auch ökonomische Lösungen geben wird. „Wir steuern sonst in eine Katastrophe.“