Prof. Dr. Helga Rübsamen-Schaeff erhält den Innovationspreis 2019 des Landes Nordrhein-Westfalen

Prof. Dr. Helga Rübsamen-Schaeff, Gründungs-Geschäftsführerin des Wuppertaler Biotechnologieunternehmens AiCuris, ist für ihre herausragende und jahrzehntelange Forschungsarbeit mit dem Ehrenpreis des Innovationspreises 2019 des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Sie ist, so die Begründung für die Verleihung des Preises, eine "Persönlichkeit, die mit herausragender fachlicher Kompetenz, Leidenschaft und Engagement wichtige Beiträge für Innovationen in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft geleistet hat und die als Schrittmacher und Vorbild für Innovationen gilt“.

Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart hat gestern bei einer Festveranstaltung in Düsseldorf Forscher mit dem Innovationspreis 2019 des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Der Innovationspreis in der „Kategorie Ehrenpreis“ ging in diesem Jahr an die apl. Professorin der Frankfurter Goethe-Universität und Unternehmensgründerin Helga Rübsamen-Schaeff.
Prof. Dr. Rübsamen-Schaeff und dem AiCuris-Team ist es erstmals gelungen, einen Wirkstoff (Letermovir) zu entwickeln, der Patienten mit einem schwachen oder fehlenden Immunsystem effektiv vor Infektionen mit dem Humanen Cytomegalievirus (CMV) schützt. Nach erfolgreicher Auslizensierung des Wirkstoffkandidaten zur weiteren klinischen Entwicklung an MSD (Handelsname von Merck & Co., Inc., Kenilworth, N.J., USA) im Jahr 2012, ist das Medikament heute zugelassen. Es steht weltweit Patienten zur Verfügung, die sich einer Knochenmark-Transplantation unterziehen müssen und für die eine CMV-Infektion ein lebensbedrohliches Risiko darstellt. Die Entwicklung dieses Medikamentes bis zur Marktreife, das zu einem völligen Umdenken auf dem Gebiet der Knochenmark-Transplantation geführt hat, gehört sicherlich zu den größten Errungenschaften der Preisträgerin.
„Wir gratulieren Frau Prof. Rübsamen-Schaeff und freuen uns, dass die Gründerin und frühere Geschäftsführerin unseres Unternehmens, Helga Rübsamen-Schaeff, diesen renommierten Preis erhalten hat“, sagte Dr. Holger Zimmermann, CEO der AiCuris Anti-Infective Cures GmbH. „Der Preis zeichnet hochverdient eine herausragende Forscherin, mutige Unternehmensgründerin sowie erfolgreiche Managerin aus. Ohne sie hätte es AiCuris und Letermovir nicht gegeben.“
Ein Forscherherz für die Bekämpfung von Infektionskrankheiten
Die promovierte Chemikerin leitete von 1987 – 1993 das Chemotherapeutische Forschungsinstitut Georg-Speyer-Haus in Frankfurt und baute es zu einer erfolgreichen akademischen Einrichtung der medizinischen Grundlagenforschung auf (Schwerpunkte: HIV, Onkologie). Während dieser Zeit gelang es ihr, die ersten HIV-Stämme in Deutschland aus Patienten zu isolieren und zu zeigen, dass das Virus in extrem vielfältigen Varianten vorkommt und sich ständig verändert. Ihre Erkenntnisse auf dem Gebiet der HIV-Forschung trugen maßgeblich zu der Entwicklung der ersten Diagnostika und Medikamente gegen diese tödliche Infektionskrankheit bei.
Ein Managerleben für die Entwicklung erfolgreicher Medikamente
1994 wechselte sie als Leiterin der Virusforschung aus der akademischen Forschung in die industrielle Forschung zu Bayer und wurde 2001 Leiterin der gesamten weltweiten Infektionsforschung des Unternehmens. In dieser Zeit entwickelte sie zusammen mit ihrem Team ein Portfolio vielversprechender antiviraler Substanzen, aber auch von Resistenz-brechenden Antibiotika, die ihre Wirkung über völlig neuartige Wirkmechanismen entfalteten. Im Jahr 2004 entschied Bayer, wie viele andere Pharmaunternehmen, sich aus der Forschung an Medikamenten gegen Infektionskrankheiten zurückzuziehen. Getreu der Prämisse „Was medizinisch sinnvoll und nachhaltig ist, wird auch finanziell erfolgreich sein“ ergriff Rübsamen-Schaeff die Chance, zusammen mit einer Gruppe ehemaliger Mitarbeiter, den Strüngmann-Brüdern als Geldgebern und ihren hochinnovativen Projekten aus der Bayer-Zeit, die Biotech-Firma AiCuris zu gründen.
„Ich freue mich sehr über die Auszeichnung mit diesem bedeutenden Preis“, bedankte sich Prof. Dr. Helga Rübsamen-Schaeff. Der Schritt aus der Forschung und dem Management in einem großen Unternehmen hin zur Gründung eines völlig neuen Unternehmens erforderte sehr viel Mut. Trotzdem war für mich die Gründung von AiCuris der logische Schritt, um unsere Arbeit aus der Anti-Infektiva-Forschung bei Bayer fortführen zu können. Und der medizinische Erfolg von Letermovir gibt uns Recht. Er ist gleichzeitig auch eine Validierung unseres wissenschaftlichen Ansatzes, neue Wege zu gehen und innovative Therapien zu erforschen und zu entwickeln, die das Potenzial haben, in der Behandlung von Patienten mit Infektionskrankheiten neue Maßstäbe zu setzen.“
Prof. Rübsamen-Schaeff ist aktuell Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats der AiCuris, ist Mitglied des Aufsichtsrats und des Gesellschafterrats der Merck KGaA bzw. E. Merck KG und Vorsitzende von dessen F&E Ausschuss. Ferner ist sie Aufsichtsrätin der 4SC. Im Jahr 1995 wurde ihr für ihre Leistung in der HIV Forschung das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen, und 2018 erhielt sie zusammen mit Dr. Holger Zimmermann den Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten für die erfolgreiche Entwicklung des hoch-innovativen Medikaments Letermovir. Sie ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Leopoldina.

Über AiCuris Anti-infective Cures GmbH
AiCuris wurde 2006 als Spin-Off der Bayer AG gegründet und konzentriert sich auf die Erforschung und Entwicklung von Wirkstoffen gegen Infektionskrankheiten. Hauptinvestoren des Unternehmens sind die Dres. Strüngmann. PREVYMIS® (Letermovir), ein an MSD im Jahre 2012 auslizensierter “First-in-Class“ nicht-nukleosidischer Cytomegalovirus (CMV)-Inhibitor, der seine Wirkung über einen neuartigen Wirkmechanismus entfaltet, hat in der EU, der Schweiz, den USA, Kanada und Japan die Marktzulassung zur Prävention von CMV-Infektionen bei erwachsenen Empfängern einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (HSCT) erhalten. Das Unternehmen entwickelt Medikamente gegen Viren wie das humane Cytomegalovirus (HCMV), das Herpes-simplex-Virus (HSV), das Hepatitis-B-Virus (HBV) und Adenoviren. Im Bereich antibakterieller Wirkstoffe konzentriert AiCuris sich auf die Erforschung innovativer Behandlungsmöglichkeiten gegen lebensbedrohliche (multi-)resistente Krankenhauserreger.
Weitere Informationen zum Unternehmen finden Sie unter www.aicuris.com
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